partly translated
translated
Zeile 280: Zeile 280:
  |etal=yes
  |etal=yes
  |title=Canadian Urological Association guideline on the care of the normal foreskin and neonatal circumcision in Canadian infants (abridged version)
  |title=Canadian Urological Association guideline on the care of the normal foreskin and neonatal circumcision in Canadian infants (abridged version)
|trans-title=Leitlinie der Canadian Urological Association zur Pflege der normalen Vorhaut und Neugeborenenbeschneidung bei kanadischen Säuglingen (gekürzte Version)
|language=Englisch
  |journal=Can Urol Assoc J
  |journal=Can Urol Assoc J
  |location=
  |location=
Zeile 365: Zeile 367:
In Kanada wurden verschiedene durch Beschneidung verursachte Todesfälle gemeldet, einer in British Columbia und zwei in Ontario. Es mag andere geben, weil [[Tod]] durch Beschneidung möglicherweise nicht richtig gemeldet wird.
In Kanada wurden verschiedene durch Beschneidung verursachte Todesfälle gemeldet, einer in British Columbia und zwei in Ontario. Es mag andere geben, weil [[Tod]] durch Beschneidung möglicherweise nicht richtig gemeldet wird.


*  Chino Burrell: 7 Monate alt, [[Todesfälle|Tod durch Beschneidung]], [https://www.sickkids.ca/ Hospital for Sick Children], Toronto, Ontario, Kanada, 9. Juni 1974.
*  Chino Burrell: 7 Monate alt, [[Todesopfer|Tod durch Beschneidung]], [https://www.sickkids.ca/ Hospital for Sick Children], Toronto, Ontario, Kanada, 9. Juni 1974.
* {{REFweb
* {{REFweb
  |url=http://www.circumstitions.com/death-exsang.html
  |url=http://www.circumstitions.com/death-exsang.html
Zeile 411: Zeile 413:
}}
}}


Siehe auch: [[Todesfälle]].
Siehe auch: [[Todesopfer]].


== Nicht-therapeutische Beschneidung und kanadisches Recht ==
== Nicht-therapeutische Beschneidung und kanadisches Recht ==
Zeile 443: Zeile 445:


<blockquote>
<blockquote>
Wenn ein Elternteil oder ein stellvertretender Entscheidungsträger der Ansicht ist, dass es im besten Interesse des Kindes ist, sich einer Behandlung zu unterziehen, kann es zu einem Konflikt zwischen diesem Privileg und dem Grundrecht auf Sicherheit der gemäß § 7 der Charta geschützten Person kommen. Da die Eingriffsbefugnis des Staates weitreichend ist und dauerhaft sein kann, wurde die elterliche Entscheidungsfindung durch die Charta geschützt. Dennoch hat der Gerichtshof festgestellt, dass die Rechte der Eltern nicht absolut sind und dass der Staat eingreifen wird, wenn die Notwendigkeit nachgewiesen wird.
Wenn ein Elternteil oder ein stellvertretender Entscheidungsträger der Ansicht ist, dass es im besten Interesse des Kindes ist, sich einer Behandlung zu unterziehen, kann es zu einem Konflikt zwischen diesem Privileg und dem Grundrecht auf Sicherheit der gemäß Artikel 7 der Charta geschützten Person kommen. Da die Eingriffsbefugnis des Staates weitreichend ist und dauerhaft sein kann, wurde die elterliche Entscheidungsfindung durch die Charta geschützt. Dennoch hat der Gerichtshof festgestellt, dass die Rechte der Eltern nicht absolut sind und dass der Staat eingreifen wird, wenn die Notwendigkeit nachgewiesen wird.


§ 7 der Charta gewährt jedem ein gewisses Maß an Autonomie bei Entscheidungen, die sein Privatleben betreffen, einschließlich derjenigen, die eine medizinische Behandlung betreffen. Der Schutz der Sicherheit der Person ist so grundlegend, dass eine medizinische Behandlung, die ohne die Einwilligung des Patienten nach Aufklärung durchgeführt wird, einer Batterie gleichkommen kann. Wenn ein Arzt im Zusammenhang mit der Beschneidung eine routinemäßige Neugeborenenbeschneidung ohne die Zustimmung der Eltern durchführt, kann dieser Arzt für kriminelle Angriffe sowie für Schäden haftbar gemacht werden, die aus ihrer oder seiner Fahrlässigkeit resultieren ([[Margaret A. Somerville|Somerville]], 2000).
Artikel 7 der Charta gewährt jedem ein gewisses Maß an Autonomie bei Entscheidungen, die sein Privatleben betreffen, einschließlich derjenigen, die eine medizinische Behandlung betreffen. Der Schutz der Sicherheit der Person ist so grundlegend, dass eine medizinische Behandlung, die ohne die Einwilligung des Patienten nach Aufklärung durchgeführt wird, einer Batterie gleichkommen kann. Wenn ein Arzt im Zusammenhang mit der Beschneidung eine routinemäßige Neugeborenenbeschneidung ohne die Zustimmung der Eltern durchführt, kann dieser Arzt für kriminelle Angriffe sowie für Schäden haftbar gemacht werden, die aus ihrer oder seiner Fahrlässigkeit resultieren ([[Margaret A. Somerville|Somerville]], 2000).


Angesichts der Tatsache, dass ein Teil der medizinischen Gemeinschaft zugestimmt hat, dass die routinemäßige männliche Beschneidung nicht therapeutisch ist und dass sie an und für sich eine schädliche Praxis sein kann, ist es vertretbar, dass sie, wenn sie aus nicht therapeutischen Gründen an Neugeborenen durchgeführt wird, gemäß [https://www.justice.gc.ca/eng/csj-sjc/rfc-dlc/ccrf-ccdl/check/art7.html Artikel 7] eine Verletzung der Rechte des Kindes darstellt. Wie die [[Deklaration des Ersten Internationalen Symposiums zur Beschneidung (1989)|Erklärung des Ersten Internationalen Symposiums zur Beschneidung]] bestätigt: „Eltern und/oder Erziehungsberechtigte haben nicht das Recht, der chirurgischen Entfernung oder Veränderung der normalen Genitalien ihrer Kinder zuzustimmen.“ Die Erklärung fügt hinzu, dass die einzige Person, die medizinisch unnötigen Verfahren an sich selbst zustimmen kann, diejenige Person ist, die einen Lebensabschnitt erreicht hat, in dem sie oder er einwilligen kann, und nur dann, wenn sie vollständig über die Risiken und Vorteile des Verfahrens informiert ist. Beachten Sie jedoch, dass die Erklärung kein verbindliches Rechtsinstrument ist.
Angesichts der Tatsache, dass ein Teil der medizinischen Gemeinschaft zugestimmt hat, dass die routinemäßige männliche Beschneidung nicht therapeutisch ist und dass sie an und für sich eine schädliche Praxis sein kann, ist es vertretbar, dass sie, wenn sie aus nicht therapeutischen Gründen an Neugeborenen durchgeführt wird, gemäß [https://www.justice.gc.ca/eng/csj-sjc/rfc-dlc/ccrf-ccdl/check/art7.html Artikel 7] eine Verletzung der Rechte des Kindes darstellt. Wie die [[Deklaration des Ersten Internationalen Symposiums zur Beschneidung (1989)|Erklärung des Ersten Internationalen Symposiums zur Beschneidung]] bestätigt: „Eltern und/oder Erziehungsberechtigte haben nicht das Recht, der chirurgischen Entfernung oder Veränderung der normalen Genitalien ihrer Kinder zuzustimmen.“ Die Erklärung fügt hinzu, dass die einzige Person, die medizinisch unnötigen Verfahren an sich selbst zustimmen kann, diejenige Person ist, die einen Lebensabschnitt erreicht hat, in dem sie oder er einwilligen kann, und nur dann, wenn sie vollständig über die Risiken und Vorteile des Verfahrens informiert ist. Beachten Sie jedoch, dass die Erklärung kein verbindliches Rechtsinstrument ist.
Zeile 490: Zeile 492:


=== Rechtsstreit ===
=== Rechtsstreit ===
{{NYT en}}


The ''New York Post'' (2019) reports that a Canadian woman of African ancestry took her nine-day-old son to the [https://www.vemcregina.com/ Victoria East Medical Clinic] in Regina, SK to be circumcised. In the course of the circumcision, the tip of his penis was allegedly cut off.  An ambulance was called but the [http://www.rqhealth.ca/facilities/regina-general-hospital Regina General Hospital] was unable to reattach the severed part.
Die „New York Post“ (2019) berichtet, dass eine Kanadierin afrikanischer Abstammung ihren neun Tage alten Sohn in die [https://www.vemcregina.com/Victoria East Medical Clinic] in Regina, SK, brachte, damit er dort beschnitten werde. Im Zuge der Beschneidung wurde ihm angeblich die Penisspitze abgeschnitten. Ein Krankenwagen wurde gerufen, aber das [http://www.rqhealth.ca/facilities/regina-general-hospital Regina General Hospital] konnte den abgetrennten Teil nicht wieder anbringen.


The family has retained [https://ca.linkedin.com/in/kolade-oladokun-llb-llm-bl-827886114 Kolade Oladokun] who has filed a lawsuit.<ref>{{REFnews
Die Familie hat [https://ca.linkedin.com/in/kolade-oladokun-llb-llm-bl-827886114 Kolade Oladokun] beauftragt, der eine Klage eingereicht hat.<ref>{{REFnews
  |title= Canadian woman sues after tip of son’s penis cut off in circumcision
  |title= Canadian woman sues after tip of son’s penis cut off in circumcision
  |url=https://nypost.com/2019/08/19/canadian-woman-sues-after-tip-of-sons-penis-cut-off-in-circumcision/
  |url=https://nypost.com/2019/08/19/canadian-woman-sues-after-tip-of-sons-penis-cut-off-in-circumcision/
Zeile 507: Zeile 508:
}}</ref>
}}</ref>


==Canada and circumcision in the 21st century==
== Kanada und die Beschneidung im 21. Jahrhundert ==


Jackie Smith (2002) discussed the growing consensus against non-therapeutic child circumcision.<ref name="smith2002">{{REFnews
Jackie Smith (2002) diskutierte den wachsenden Konsens gegen nicht-therapeutische Kinderbeschneidung.<ref name="smith2002">{{REFnews
  |title=The growing consensus against circumcision
  |title=The growing consensus against circumcision
  |url=http://www.cirp.org/news/nationalpost08-30-02a/
  |url=http://www.cirp.org/news/nationalpost08-30-02a/
Zeile 522: Zeile 523:
}}</ref>
}}</ref>


At the beginning of the 21st Century, only the Manitoba Health Insurance Plan (HIP) still paid for non-therapeutic circumcision, however that was ended in 2006.
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts zahlte nur noch der Manitoba Health Insurance Plan (HIP) die nicht-therapeutische Beschneidung, was jedoch 2006 eingestellt wurde.


Saskatchewan had an incidence of circumcision in 2000 and 2001 of 27.6 percent. The Saskatchewan College of Physicians and Surgeons said in 2002 that was much too high and should be reduced substantially. The Registrar, Dr. Dennis Kimble, said, "they [doctors] aren't required to carry out a procedure simply because parents want it done."<ref>{{REFnews
Saskatchewan hatte eine Inzidenz von Beschneidungen von 27,6 Prozent in den Jahren 2000 und 2001. Das Saskatchewan College of Physicians and Surgeons sagte 2002, dass dies viel zu hoch sei und erheblich reduziert werden sollte. Der Kurator, Dr. Dennis Kimble, sagte: „Sie [die Ärzte] sind nicht verpflichtet, ein Verfahren durchzuführen, nur weil die Eltern es wollen.<ref>{{REFnews
  |title=Sask. college wants circumcision rates reduced
  |title=Sask. college wants circumcision rates reduced
  |url=http://www.cirp.org/news/medicalpost03-18-02/
  |url=http://www.cirp.org/news/medicalpost03-18-02/
Zeile 537: Zeile 538:
}}</ref>
}}</ref>


The [https://www.canada.ca/en/public-health.html Public Health Agency of Canada] carried out a survey of mothers' birth experiences in 2006-7. Item 38 was male infant non-therapeutic circumcision. (See pages 224-5.)
Die [https://www.canada.ca/en/public-health.html Public Health Agency of Canada] führte 2006-2007 eine Umfrage zu den Geburtserfahrungen von Müttern durch. Punkt 38 war die nichttherapeutische Beschneidung männlicher Säuglinge. (Siehe Seite 224-225.)
 
<blockquote>
<blockquote>
Among women with a male baby, 31.9% (95% CI: 30.3–33.6) reported circumcising their baby. There was marked regional variation in circumcision. In the 10 jurisdictions in which at least five  circumcisions were reported, the proportion of women who reported having their male baby circumcised ranged from 44.3% (95% CI: 39.2–49.4) in Alberta and 43.7% (95% CI: 40.6–46.8) in Ontario to 9.7%† (95% CI: 5.2–14.2) in the Northwest Territories and 6.8%† (95% CI: 3.6–10.0) in Nova Scotia.<ref>{{REFdocument
Unter den Frauen mit einem männlichen Baby gaben 31,9 % (95 %-KI: 30,3–33,6) an, ihr Baby beschnitten zu haben. Es gab deutliche regionale Unterschiede in der Beschneidung. In den 10 Gerichtsbarkeiten, in denen mindestens fünf Beschneidungen gemeldet wurden, lag der Anteil der Frauen, die angaben, ihr männliches Baby beschneiden zu lassen, zwischen 44,3 % (95 %-KI: 39,2–49,4) in Alberta und 43,7 % (95 %-KI: 40,6–46,8) in Ontario bis zu 9,7 %† (95 % KI: 5,2–14,2) in den Northwest Territories und 6,8 %† (95 % KI: 3,6–10,0) in Nova Scotia.<ref>{{REFdocument
  |title=What Mothers Say: The Canadian Maternity Experiences Survey
  |title=What Mothers Say: The Canadian Maternity Experiences Survey
  |url=https://www.canada.ca/content/dam/phac-aspc/migration/phac-aspc/rhs-ssg/pdf/survey-eng.pdf
  |url=https://www.canada.ca/content/dam/phac-aspc/migration/phac-aspc/rhs-ssg/pdf/survey-eng.pdf
Zeile 552: Zeile 554:
</blockquote>
</blockquote>


In all provinces and territories, only a minority of boys are being circumcised. The incidence of circumcision in Labrador and Newfoundland is reported to be close to zero.<ref>{{REFweb
In allen Provinzen und Territorien wird nur eine Minderheit der Jungen beschnitten. Die Inzidenz der Beschneidung in Labrador und Neufundland soll gegen Null gehen.<ref>{{REFweb
  |url=https://momlovesbest.com/choosing-circumcision
  |url=https://momlovesbest.com/choosing-circumcision
  |title=Circumcision: Pros and Cons
  |title=Circumcision: Pros and Cons
Zeile 566: Zeile 568:
}}</ref>
}}</ref>


The above referenced survey provides the most recent available statistics on the incidence of non-therapeutic child circumcision in Canada. It is likely that the incidence of circumcision has further declined since the survey was taken for the following reasons:
Die oben erwähnte Umfrage liefert die neuesten verfügbaren Statistiken über das Auftreten von nicht-therapeutischer Kinderbeschneidung in Kanada. Es ist wahrscheinlich, dass die Inzidenz der Beschneidung aus folgenden Gründen weiter zurückgegangen ist, seit die Umfrage durchgeführt wurde:


* The long-term trend in the incidence of circumcision in Canada is down.
* Der langfristige Trend bei der Inzidenz von Beschneidungen in Kanada ist rückläufig.


* The health insurance plans (HIPs) do not support non-therapeutic circumcision.
* Die Krankenkassen (HIPs) unterstützen keine nicht-therapeutische Beschneidung.


* The ratio of intact fathers to circumcised fathers is changing toward more intact fathers and fewer circumcised fathers. Boys who were born after the decline in circumcision started and who are intact are now reaching the age at which they start families and become fathers. Intact men usually do not want any son to be circumcised, so they will usually not have a son circumcised.<ref name="rediger-muller2013" /> This will cause a further decline in the incidence of circumcision.
* Das Verhältnis von intakten Vätern zu beschnittenen Vätern verändert sich hin zu mehr intakten Vätern und weniger beschnittenen Vätern. Jungen, die nach Beginn des Rückgangs der Beschneidung geboren wurden und intakt sind, erreichen jetzt das Alter, in dem sie Familien gründen und Väter werden. Intakte Männer wollen normalerweise nicht, dass ein Sohn beschnitten wird, also lassen sie normalerweise keinen Sohn beschneiden.<ref name="rediger-muller2013"/> Dies wird zu einem weiteren Rückgang der Beschneidungsinzidenz führen.


* The survey found that the incidence of circumcision on Prince Edward Island was 38 percent. A recent report indicated that non-therapeutic circumcision of boys is no longer available on P.E.I. because no practitioner will perform the non-therapeutic [[amputation]] of part of a boy's penis.<ref>{{REFnews
* Die Umfrage ergab, dass die Inzidenz der Beschneidung auf Prince Edward Island 38 Prozent betrug. Ein kürzlich veröffentlichter Bericht weist darauf hin, dass die nicht-therapeutische Beschneidung von Jungen auf P.E.I. nicht mehr verfügbar ist. weil kein Praktiker die nichttherapeutische [[Amputation]] eines Teils des Penis eines Jungen durchführen wird.<ref>{{REFnews
  |title=Mom 'enraged' she can't find doctor to perform circumcision on P.E.I.
  |title=Mom 'enraged' she can't find doctor to perform circumcision on P.E.I.
  |url=https://www.cbc.ca/news/canada/prince-edward-island/p-e-i-no-doctors-circumcision-1.5187284
  |url=https://www.cbc.ca/news/canada/prince-edward-island/p-e-i-no-doctors-circumcision-1.5187284
Zeile 587: Zeile 589:
}}</ref>
}}</ref>


* Most hospitals do not provide non-therapeutic circumcision, however [https://www.wrh.on.ca/ Windsor Regional Hospital] is an exception to the general rule. Windsor Regional Hospital still promotes medically-unnecessary, non-therapeutic [[circumcision]] to parents of normal, healthy male infants in apparent violation of the infants' [https://www.justice.gc.ca/eng/csj-sjc/rfc-dlc/ccrf-ccdl/check/art7.html Section 7 rights]. The hospital is reported to circumcise 51 percent of boys born in the hospital. This is far higher than the incidence of non-therapeutic circumcision elsewhere in Ontario and Canada.<ref>{{REFnews
* Die meisten Krankenhäuser bieten keine nicht-therapeutische Beschneidung an, das [https://www.wrh.on.ca/ Windsor Regional Hospital] ist jedoch eine Ausnahme von der allgemeinen Regel. Das Windsor Regional Hospital fördert immer noch medizinisch unnötige, nicht-therapeutische Beschneidungen an Eltern normaler, gesunder männlicher Säuglinge in offensichtlicher Verletzung der Rechte des Säuglings gemäß [https://www.justice.gc.ca/eng/csj-sjc/rfc-dlc/ccrf-ccdl/check/art7.html Artikel 7]. Es wird berichtet, dass das Krankenhaus 51 Prozent der im Krankenhaus geborenen Jungen beschneidet. Dies ist weitaus höher als die Inzidenz von nicht-therapeutischer Beschneidung anderswo in Ontario und Kanada.<ref>{{REFnews
  |title=Circumcisions spark debate
  |title=Circumcisions spark debate
  |url=http://www.cirp.org/news/windsorstar03-19-05/
  |url=http://www.cirp.org/news/windsorstar03-19-05/
Zeile 597: Zeile 599:
  |date=2005-03-19
  |date=2005-03-19
  |accessdate=2021-07-22
  |accessdate=2021-07-22
  |quote=Dr. Tony Hammer, a Windsor family doctor, said his colleagues may be performing the medically unnecessary procedure simply to make a buck. <b></b> There is a financial incentive for physicians, and I wonder if they are fully informing their patients of a lack of medical need.
  |quote=Dr. Tony Hammer, ein Hausarzt aus Windsor, sagte, seine Kollegen könnten das medizinisch unnötige Verfahren nur durchführen, um Geld zu verdienen. [] Es gibt einen finanziellen Anreiz für Ärzte, und ich frage mich, ob sie ihre Patienten umfassend über einen Mangel an medizinischer Notwendigkeit informieren.
}}</ref>  
}}</ref>  


DeMaria et al. (2013) surveyed physicians in southwest Ontario who still perform circumcisions. They concluded from their survey:
DeMaria et al. (2013) befragten Ärzte im Südwesten Ontarios, die immer noch Beschneidungen durchführen. Sie folgerten aus ihrer Umfrage:
<blockquote>Our survey findings indicate that most physicians performing neonatal circumcisions in our community have received informal and unstructured training. This lack of formal instruction may explain the complications and unsatisfactory results witnessed in our pediatric urology practice. Many practitioners are not aware of the contraindications to neonatal circumcision and most non-surgeons perform the procedure without being able to handle common post-surgical complications.<ref name="demaria2013">
 
{{Zitat
|Text=Unsere Umfrageergebnisse zeigen, dass die meisten Ärzte, die Neugeborenenbeschneidungen in unserer Gemeinde durchführen, eine informelle und unstrukturierte Schulung erhalten haben. Dieser Mangel an formaler Anleitung kann die Komplikationen und unbefriedigenden Ergebnisse erklären, die in unserer kinderurologischen Praxis beobachtet wurden. Viele Praktiker sind sich der Kontraindikationen für die Beschneidung von Neugeborenen nicht bewusst und die meisten Nicht-Chirurgen führen das Verfahren durch, ohne in der Lage zu sein, mit den üblichen postoperativen Komplikationen fertig zu werden.
|ref=<ref name="demaria2013">
{{REFjournal
{{REFjournal
  |last=De Maria
  |last=De Maria
Zeile 640: Zeile 645:
  |DOI=https://doi.org/10.5489/cuaj.200  
  |DOI=https://doi.org/10.5489/cuaj.200  
  |accessdate=2021-06-24
  |accessdate=2021-06-24
}}</ref></blockquote>
}}</ref>
|Autor=DeMaria et al. (2013)
}}


As of 2022, [[third-party payment]] for non-therapeutic [[circumcision]] has not been available anywhere in Canada since 2006. Moreover, non-therapeutic circumcision is not done in most hospitals,<ref name="jamesloewen2019" /> so parents who want to have a boy circumcised must take the boy to the surgery of a practitioner who specializes in non-therapeutic male circumcision, and furthermore must pay out of pocket. For example, the cost of circumcision of a newborn boy in New Brunswick is C$425 ranging up to C$1500 for a teenager or adult.<ref>{{REFweb
Stand 2022 ist [[Kostenübernahme]] für nicht-therapeutische [[Beschneidung]] seit 2006 nirgendwo in Kanada mehr verfügbar. Darüber hinaus wird in den meisten Krankenhäusern keine nichttherapeutische Beschneidung durchgeführt,<ref name="jamesloewen2019"/> so dass Eltern, die einen Jungen beschneiden lassen möchten, den Jungen in die Praxis eines Praktikers bringen müssen, der auf nichttherapeutische männliche Beschneidung spezialisiert ist, und außerdem aus eigener Tasche bezahlen müssen. Beispielsweise belaufen sich die Kosten für die Beschneidung eines neugeborenen Jungen in New Brunswick auf 425 CAD und reichen bis zu 1.500 CAD für einen Teenager oder Erwachsenen.<ref>{{REFweb
  |url=https://gentleproceduresnb.ca/circumcision/cost-how-much/
  |url=https://gentleproceduresnb.ca/circumcision/cost-how-much/
  |title=Circumcision Pricing & Insurance Coverage
  |title=Circumcision Pricing & Insurance Coverage
Zeile 649: Zeile 656:
}}</ref>
}}</ref>


The prevalence of circumcision is higher among older males, but lower among younger males. As older, mostly circumcised males die and are replaced in the population by younger, mostly intact males, the overall prevalence of circumcised men in Canada is gradually declining. Intact males usually do not want any son to be circumcised,<ref name="brown-brown1987" /> <ref name="rediger-muller2013" /> so the demand for circumcision in Canada is declining.
Die Prävalenz der Beschneidung ist bei älteren Männern höher, aber niedriger bei jüngeren Männern. Da ältere, meist beschnittene Männer sterben und in der Bevölkerung durch jüngere, meist intakte Männer ersetzt werden, nimmt die Gesamtprävalenz beschnittener Männer in Kanada allmählich ab. Intakte Männer wollen normalerweise nicht, dass ihr Sohn beschnitten wird,<ref name="brown-brown1987"/><ref name="rediger-muller2013"/> daher ist die Nachfrage nach Beschneidung in Kanada rückläufig.


Mayan et al. (2021) carried out a massive empirical study of the male population of the province of Ontario, Canada (569,950 males), of whom 203,588 (35.7%) were circumcised between 1991 and 2017. The study concluded that circumcision status is not related to risk of [[HIV]] infection.<ref name="mayan2021">{{REFjournal
Mayan et al. (2021) führten eine umfangreiche empirische Studie über die männliche Bevölkerung der Provinz Ontario, Kanada (mit 569.950 männlichen Probanden) durch, von denen 203.588 (35,7 %) zwischen 1991 und 2017 beschnitten wurden. Die Studie kam zu dem Schluss, dass der Beschneidungsstatus nicht mit dem Risiko einer [[HIV]]-Infektion zusammenhängt.<ref name="mayan2021">{{REFjournal
  |last=Mayan
  |last=Mayan
  |first=Madhur
  |first=Madhur
Zeile 683: Zeile 690:
  |pages=
  |pages=
  |url=https://www.auajournals.org/doi/pdf/10.1097/JU.0000000000002234
  |url=https://www.auajournals.org/doi/pdf/10.1097/JU.0000000000002234
  |quote=We found that circumcision was not independently associated with the risk of acquiring [[HIV]] among men from Ontario, Canada.
  |quote=Wir fanden heraus, dass die Beschneidung bei Männern aus Ontario, Kanada, nicht unabhängig mit dem Risiko verbunden war, [[HIV]] zu bekommen.
  |pubmedID=34551593
  |pubmedID=34551593
  |pubmedCID=
  |pubmedCID=
Zeile 690: Zeile 697:
}}</ref>
}}</ref>


Schröder et al. (2021) reviewed the experience of the [https://www.sickkids.ca Hospital for Sick Children] in Toronto with regard to circumcision-related emergency admissions between 2000 and 2013. They found that 19 previously healthy neonates had emergency admissions for circumcision complications. The records of patients who had died were searched to identify those who had been circumcised.
Schröder et al. (2021) überprüften die Erfahrungen des [https://www.sickkids.ca Hospital for Sick Children] in Toronto in Bezug auf beschneidungsbedingte Notaufnahmen zwischen 2000 und 2013. Sie fanden heraus, dass 19 zuvor gesunde Neugeborene eine Notaufnahme wegen Komplikationen der Beschneidung hatten. Die Aufzeichnungen von Patienten, die gestorben waren, wurden durchsucht, um diejenigen zu identifizieren, die beschnitten worden waren.


Four of the boys had post-circumcision bleeding. Four of the boys had glans amputations. Two previously healthy boys died.<ref name="shroder2021">{{REFjournal
Vier der Jungen hatten Blutungen nach der Beschneidung. Bei vier der Jungen wurde die Eichel amputiert. Zwei zuvor gesunde Jungen starben.<ref name="shroder2021">{{REFjournal
  |last=Schröder
  |last=Schröder
  |first=Annette
  |first=Annette
Zeile 732: Zeile 739:
  |DOI=10.1016/j.euf.2021.12.005  
  |DOI=10.1016/j.euf.2021.12.005  
  |accessdate=2022-01-15
  |accessdate=2022-01-15
}}</ref> Based on the data provided, the estimated death rate is one dead boy for every 84,000 circumcisions.
}}</ref> Basierend auf den bereitgestellten Daten liegt die geschätzte Todesrate bei einem toten Jungen pro 84.000 Beschneidungen.


==Video==
==Video==
[[Christopher Guest]], {{MD}}, {{FRCPC}}, of Barrie, ON, discusses circumcision in Canada:
[[Christopher Guest]], {{MD}}, {{FRCPC}}, aus Barrie, ON, diskutiert Beschneidung in Kanada:
 


<youtube>7-vbutOy4X8</youtube>
<youtube>7-vbutOy4X8</youtube>
Zeile 746: Zeile 752:
* [[Circumcision: The Whole Story]]
* [[Circumcision: The Whole Story]]
* [[Child Circumcision: Rites or Rights?]]
* [[Child Circumcision: Rites or Rights?]]
* [[Foreskin]]
* [[Vorhaut]]
* [[2020 USA & Canada Circumcision Crisis Protests]]
* [[2020 USA & Canada Circumcision Crisis Protests]]