Beschneidung und HIV: Unterschied zwischen den Versionen
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Hrdy (1987) | Hrdy (1987) identifizierte neben der Beschneidung oder Nicht-Beschneidung zahlreiche afrikanische kulturelle Praktiken, die zur Ausbreitung der [[HIV]]-Infektion beitragen würden. Zu solchen Faktoren gehören: | ||
* | * Weibliche Beschneidung und [[Infibulation]]. | ||
* | * Promiskuität. | ||
* | * Homosexualität und Analverkehr. | ||
* | * Praktiken, die zu Blutkontakt führen. | ||
* | * Praktiken, bei denen gemeinsame Instrumente verwendet werden. | ||
* | * Kontakt mit nichtmenschlichen Primaten.<ref name="hrdy1987">{{REFjournal | ||
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|first=Danniel B | |first=Danniel B | ||
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|etal=no | |etal=no | ||
|title=Cultural practices contributing to the transmission of human immunodeficiency virus in Africa | |title=Cultural practices contributing to the transmission of human immunodeficiency virus in Africa | ||
|trans-title=Kulturelle Praktiken, die zur Übertragung des Human Immunodeficiency Virus in Afrika beitragen | |||
|language=Englisch | |||
|journal=Rev Infect Dis | |journal=Rev Infect Dis | ||
|date=1987-11 | |date=1987-11 | ||
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}}</ref> | }}</ref> | ||
Carael et al. (1988) | Carael et al. (1988) untersuchten die [[HIV]]-Übertragung unter heterosexuellen Paaren in Zentralafrika. Es wurde kein Unterschied zwischen Paaren gefunden, bei denen der Mann beschnitten war und bei denen der Mann intakt war.<ref name="carael1988">{{REFjournal | ||
|last=Carael | |last=Carael | ||
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|etal=yes | |etal=yes | ||
|title=Human immunodeficiency virus transmission among heterosexual couples in Central Africa | |title=Human immunodeficiency virus transmission among heterosexual couples in Central Africa | ||
|trans-title=Übertragung des Human-Immunodeficiency-Virus unter heterosexuellen Paaren in Zentralafrika | |||
|language=Englisch | |||
|journal=AIDS | |journal=AIDS | ||
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}}</ref> | }}</ref> | ||
de Vincenzi & Mertens (1994) | de Vincenzi & Mertens (1994) überprüften die Literatur bezüglich der angeblichen Rolle der [[Vorhaut]] bei der [[HIV]]-Übertragung. Sie kamen zu dem Schluss: | ||
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Die potenziellen Vorteile der männlichen Beschneidung für die öffentliche Gesundheit wurden in den letzten 50 Jahren viel diskutiert, oft auf leidenschaftliche und emotionale Weise. Es wurden jedoch relativ wenige Studien durchgeführt, und diejenigen, die dies getan haben, präsentieren widersprüchliche Ergebnisse. Der Hauptkritikpunkt an den meisten bisher durchgeführten Studien ist die mangelnde Beachtung potenzieller Störfaktoren, die sowohl mit dem Beschneidungsstatus als auch mit dem Risiko sexuell übertragbarer Infektionen zusammenhängen könnten, wie z. B. Sexualverhalten oder Unterschiede in den Hygienepraktiken oder unterschiedlicher Verwendung von bestimmten Gesundheitseinrichtungen. Wie Polen [48] feststellte: „Wir müssen daran erinnern, dass die Beschneidung nicht willkürlich durchgeführt wird.“ | |||
Daher sind weitere Anstrengungen erforderlich, um das relative Risiko zu quantifizieren, das mit der fehlenden männlichen Beschneidung verbunden ist. Einiges davon kann durch die Verwendung von Beobachtungsdesigns erreicht werden, die die oben diskutierten Einschränkungen besser berücksichtigen. Labor- und Primatenforschung könnten auch weiterhin nützliche Informationen liefern. | |||
Da die Sicherheit, der erwartete Nutzen, die Durchführbarkeit und die Akzeptanz der Massenbeschneidung alle fraglich sind, scheinen weder Interventionen im Bereich der öffentlichen Gesundheit noch Interventionsstudien vertretbare Optionen zu sein, bevor es stärkere Beweise aus Beobachtungsstudien in verschiedenen Umgebungen gibt, die zeigen, dass ein Mangel an männlicher Beschneidung eine sein kann wirklich unabhängiger Risikofaktor für die Übertragung von [[HIV]].<ref>{{REFjournal | |||
|last=de Vincenzi | |last=de Vincenzi | ||
|first=Isabelle | |first=Isabelle | ||
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|etal=no | |etal=no | ||
|title=Male circumcision: a role in HIV prevention? | |title=Male circumcision: a role in HIV prevention? | ||
|trans-title=Männliche Beschneidung: eine Rolle in der HIV-Prävention? | |||
|language=Englisch | |||
|journal=AIDS | |journal=AIDS | ||
|date=1994 | |date=1994 | ||
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[[Robert Darby| Darby]] (2002) | [[Robert Darby|Darby]] (2002) untersuchte die Behauptungen, dass die Beschneidung einer Infektion mit [[HIV]] vorbeugt. Er tabellierte die Prävalenz der Beschneidung und [[HIV]]-Infektion in verschiedenen Nationen. Er fand keinen Zusammenhang zwischen der Prävalenz der Beschneidung und einer [[HIV]]-Infektion. Darby verglich auch die britischen Versuche des neunzehnten Jahrhunderts, Syphilis (damals eine gefürchtete und unheilbare Krankheit) zu kontrollieren, mit der männlichen Beschneidung, die ebenso erfolglos war.<ref name="darby2002">{{REFjournal | ||
|last=Darby | |last=Darby | ||
|first=Robert | |first=Robert | ||
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|url=https://pool.intactiwiki.org/w/images/2002-09_Darby-BeenThereDoneThat.pdf | |url=https://pool.intactiwiki.org/w/images/2002-09_Darby-BeenThereDoneThat.pdf | ||
|title=Been There, Done That: Thoughts on the proposition that yet more circumcision can save the world from AIDS | |title=Been There, Done That: Thoughts on the proposition that yet more circumcision can save the world from AIDS | ||
|trans-title=Kenn' ich schon: Gedanken zu der Behauptung, dass noch mehr Beschneidung die Welt vor AIDS retten kann | |||
|journal=Australian Quarterly | |journal=Australian Quarterly | ||
|date=2002-09 | |date=2002-09 | ||
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</ref> | </ref> | ||
Thomas et al. (2004) | Thomas et al. (2004) untersuchten die Inzidenz von [[HIV]] bei beschnittenen und intakten Männern in einer Population der United States Navy. Eine etwas höhere Inzidenz einer [[HIV]]-Infektion wurde bei beschnittenen Männern (84,9 %) im Vergleich zu intakten Männern (81,8 %) gefunden. Die Autoren kamen zu dem Schluss: | ||
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Obwohl es andere medizinische oder kulturelle Gründe für die männliche Beschneidung geben kann, wird sie bei dieser US-Militärpopulation nicht mit [[HIV]] oder STI-Prävention in Verbindung gebracht.<ref name="thomas2004">{{REFconference | |||
|last=Thomas | |||
|first=AG | |||
|coauthors=Bakhireva LN, Brodine SK, Shaffer RA | |||
|url=http://www.cirp.org/library/disease/HIV/thomas1/ | |||
|title=Prevalence of male circumcision and its association with HIV and sexually transmitted infections in a U.S. Navy population]. Abstract no. TuPeC4861. | |||
|trans-title=Prävalenz der männlichen Beschneidung und ihre Assoziation mit HIV und sexuell übertragbaren Infektionen in einer Bevölkerung der US-Marine. Zusammenfassung Nr. TuPeC4861. | |||
|language=Englisch | |||
|place=XV International [[AIDS]] Conference, Bangkok, Thailand | |||
|datefrom=2004-07-11 | |||
|dateto=2004-07-16 | |||
}}</ref> | |||
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